26.6.26: Urlaubsstimmung

Dieses erfrischende Bild stammt von einem Mädchen, 8;3 Jahre alt. Es ist in die Schemaphase der Malentwicklung einzuordnen. 

In dieser Phase werden für bestimmte Dinge wiederkehrende Darstellungsformen verwendet. Im obigen Bild betrifft dies zum Beispiel die Menschen und das Schiff. Objekte werden also nicht mehr nur symbolisch angedeutet, sondern können bereits nach einem inneren Bild, dem Schema, systematisch aufgebaut werden. Weitere Ansätze einer realistischen Darstellung zeigen sich in der sichtbaren Freude am Detail, wie zum Beispiel in den Fenstern, der Leiter, Schriftzügen, farbigen Mustern und dem aufspritzenden Wasser. 

Die räumliche Ordnung zeigt nicht mehr die für die früheren Malentwicklungsphasen typischen Himmels- und Bodenlinien, sondern präsentiert sich als Horizontbild: das Meer trifft den Himmel am Horizont, das Blatt ist somit im Hintergrund in zwei angrenzende räumliche Flächen eingeteilt. Die Raumtiefe wird aber noch ausschließlich durch diese Bildzonen und  noch nicht durch perspektivische Konstruktion erzeugt (das Schiff ist noch nicht dreidimensional, die Rutsche noch „flach“). Zudem verwendet das Mädchen unterschiedliche Blickrichtungen innerhalb eines Bildes. Während die Figur auf dem Schiff frontal bzw. in Vorderansicht dargestellt wird, erscheint die schwimmende Figur im Wasser zweckmäßigerweise aus der Vogelperspektive. Die verschiedenen Bildelemente werden somit nicht aus einem einheitlichen Betrachterstandpunkt gezeigt, sondern jeweils aus der Perspektive, die ihre wesentlichen Merkmale am besten sichtbar macht.

11.4.26: Kinderkunst im Wandel :(

💜 E., 2:11 Jahre. E. selbst beschreibt die Elemente ihres Bildes so: Gemalt hat sie eine E. (also sich selbst) mit roten Augen, einem gelben (Kringel-)mund, dunkelgrünen Brüsten (das sind die Kringel neben den Augen), dunkelgrüne Ohren (das sind die Kringel am Rand des Kopfes), roten Beinen und pinken Armen – diese haben sogar erstmals Finger erhalten! 

Alle diese Informationen hatte E.s Mama damals direkt hinten auf ihr Bild geschrieben – ansonsten wäre heute wohl niemandem mehr klar, was hier Ohr und was Brust ist🤭

E.s Bild zeigt also einen klassischen und entwicklungstypischen Kopffüßler: ein großer Kreis mit Linien als Gliedmaßen.
Die Größe des Kopfes hängt mit der enormen Bedeutung der sozialen Wahrnehmung und Deutung von Gesichtsmerkmalen und – ausdrücken zusammen. Aber auch eine Differenzierung einiger anderer Körperteile ist an E.s Mensch zu sehen, z. B. Haare, Arme, Beine und Finger. 

Neben der Freude an der Bewegung, die die blauen Körperkreise zeigen, fällt auf, dass E. bereits unterschiedliche Farben und Formen für ihre Darstellungsabsicht nutzt – dies ist ein Zeichen für zunehmende bewusste Kontrolle des Zeichenvorgangs und kreative Experimentierfreude. Es zeigt sich insgesamt eine Mischung aus motorischer Exploration und beginnender Symbolbildung. 

😦 Momentan lässt sich auf dem Originalbild gerade noch so erkennen, dass der Kopffüßler Haare, und sogar Finger hat – in wenigen Jahren jedoch werden diese nicht mehr sichtbar sein. Als wären sie nie da gewesen… 😢

🎁Aus diesem Grund bietet dein MALbum einen sicheren Ort für solche Meilensteine der kindlichen Malentwicklung – und somit auch für Erinnerungen an die Entwicklung des Kindes selbst! 

☺️ Sehr gerne übernehmen wir bei der Erstellung deines MALbums auch deine eigenen Notizen oder Erinnerungen an das jeweilige Bild, die Umstände seiner Entstehung oder die Kommentare des kleinen Künstlers dazu! 

❣️ Sichere die aussagekräftigsten und erinnerungsreichsten Kunstwerke deines Kindes in einem MALbum – von uns fachlich eingeordnet in die Malentwicklungsphasen und wertschätzend (niemals wertend!) und fundiert kommentiert! Damit eure Erinnerungen BUNT bleiben! 💚💛💜🩵🧡🩷

5.4.26: Lustige Ostern!

🐰 🐰 Die Ärmsten können einem aber echt leid tun 🥹😅 Sind halt leider lecker 🤭

💡 Dieses witzige Bild von L. entstand im frühen Jugendalter mit 13 Jahren. Humor tritt in dieser Phase in Zeichnungen tatsächlich häufig in Form von Ironie, Übertreibung und Wort-Bild-Witzen – wie in diesem Fall – auf und bildet die kognitive und soziale Entwicklung in diesem Alter ab. Psychologisch hängt dies mit dem Übergang zum formal-operationalen Denken (nach Jean Piaget) zusammen: Kinder zwischen 10 und 14 Jahren können nun mit Bedeutungen spielen, nicht nur Dinge abbilden. Außerdem wird Humor aber auch als kreative Ausweichstrategie gegen die zunehmende Unsicherheit in Bezug auf die eigenen zeichnerischen Fähigkeiten genutzt: Wenn etwas „absichtlich lustig“ aussieht, muss es nicht perfekt realistisch abgebildet sein, denn Comic-Stile erlauben Verfremdung. Auf L.s Bild übertragen: so lange die beiden Schokohasen als solche noch erkennbar sind, spielt es für die Wirkung und Bewertung des Werkes keine Rolle, ob sie ästhetisch oder realistisch aussehen, da der Witz zentral ist. Dies kommt dem Zeichnenden entgegen, wenn er seinen eigenen Ansprüchen an eine gelungene Abbildung in diesem Alter nur noch schwer gerecht werden kann.

kinderzeichnung #jugendzeichnung #ostern #comic #entwicklung

3.4.26: Ostern im MALbum!

🐇 Dieses Osterbild, das T. mit 6;11 Jahren gemalt hat, ist eine der letzten Zeichnungen, die sich noch nicht mit einer von T.s vielfältigen, technisch geprägten Spezialinteressen beschäftigen, sondern ganz klassisch eine saisonal inspirierte Erzählszene abbilden: Der Osterhase versteckt Eier im Garten. Typisch für die Werkreife ist die Bildorganisation mit einer Bodenlinie und einem Himmel, verteten durch die Sonne. Der Hase variiert lediglich das Schema der Menschdarstellung und wird nur durch seine charakteristischen Ohren als Tier erkennbar.

☀️ Kinderzeichnungen halten Entwicklungsschritte fest – dein MALbum hält sie für immer lebendig 💚💛💜

30.3.26: Schatz gefunden!

Heute suchte ich zur Abwechslung mal wieder Kinderzeichnungen meiner eigenen Kinder heraus, um einen weiteren MALbum-Band für meine Tochter zu erstellen. Dabei fand ich dieses bezaubernde Bild … 😍

Und mir wurde klar: In diese riesige Kiste von frühen Kinderzeichnungen habe ich seit 10 Jahren nicht reingeschaut – weil sie auf einem hohen Schrank stand und es auch einfach überwältigend viele Bilder sind, die man nicht mal eben kurz nebenbei durchsehen kann 😳

🤩 ES WIRD ALSO WIRKLICH ZEIT FÜR EIN WEITERES MALbum, das die ausdrucksstärksten, interessantesten, erinnerungsreichsten Werke aus der Kindheit meiner jetzt (fast) großen Tochter in einem Bildband festhält, den wir dann zusammen mit Fotobüchern in unserem Erinnerungenregal aufbewahren, jederzeit zur Hand nehmen und uns gemeinsam erinnern können – an die Geschichten hinter jedem Strich, jeder Farbe und an all die Momente, in denen sie groß wurde ❤️

💚💛💜Denn Kinderzeichnungen sind Abbilder der Entwicklung – geben wir ihnen den Stellenwert in unseren Erinnerungen, den sie verdienen! ❤️

🌈www.dein-malbum.de

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26.3.26: Drei frühe Basissymbole

💜 H., 4;10 Jahre. Diese Zeichnung zeigt ein sehr typisches frühes Bildschema von Kinderzeichnungen im Übergang von der Kritzel- zur vorschematischen Phase, denn Kinder beginnen beim gegenständlichen Malen meistens damit, Menschen, Bäume und Sonne zu zeichnen – H. nutzt in ihrem Bild alle drei dieser Basissymbole, die aus einfachen Formen bestehen, die das Kind in der Kritzelphase erworben hat (Kreise, gerade Linien). 

💡 Anders als in der Kritzelphase steckt hier bereits eine bewusste Darstellungsabsicht hinter dem Gezeichneten. 

📐 Dabei ist die Raumdarstellung hier noch im Übergang zur perspektivischen Organisation: Boden- und Himmelslinie sind bereits angedeutet, aber Objekte „schweben“ noch dazwischen. Die Größenverhältnisse bilden nicht die Realität ab, sondern folgen der emotionalen Bedeutungsperspektive – die Elemente, die dem Kind am wichtigsten sind, werden am größten und oft zentral gemalt. Da häufig mit dem Wichtigsten begonnen wird, führt die noch fehlende Bildplanung dann auch dazu, dass weitere Objekte kleiner und randständiger angeordnet werden müssen. 

🙂 Der Mensch zeigt typische Merkmale des Kopffüßlers: große Kombination aus Kopf und Körper mit Gesicht, Arme und Beine gehen direkt davon ab. 

🌳 Der Baum ist ebenfalls ein interessantes Objekt in Kinderzeichnungen, denn dessen Abbildung durchläuft ebenso wie die Menschdarstellung typische Phasen. 
Auf dem Bild von H. befindet sich auch der Baum im Übergang zwischen einer früheren Baumform, die oft nur aus einer Linie mit Kritzelwolke besteht, und einer schematischen Form: Der Stamm wird bereits aus zwei parallelen Linien gebildet, während die Krone noch eine wolkenartige, kritzelige Struktur ist. H. hat zwar schon aus dem Stamm hervorgehende Äste eingezeichnet, aber diese folgen noch keiner Verzweigungslogik. 

🎁 Hast du eine Baumzeichnung deines Kindes? Sende sie gerne mal ein, dann bekommen wir vielleicht alle Entwicklungsstufen des Baumes in der Kinderzeichnung für die Galerie zusammen❣️

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14.11.25: Die Geburt des Bildes

J., 4;6 Jahre: Etwa ein Jahr nach dem „Pferdchen“ im letzten Beitrag malt dasselbe Kind wieder ein Pferd. Es zeigt sich nun eine Abkehr vom Kopffüßler als universelles Lebewesenschema. Das Pferd hat bereits die typische vierbeinige Tierkörperhaltung, aber der Kopf folgt weiterhin eindeutig dem allgemeinen Menschenschema und es fehlen weitere Pferdmerkmale. Auch die Vögel tragen weiterhin deutlich menschliche Gesichtszüge.

Das Bild ist der Vorschemaphase der kindlichen Malentwicklung zuzuordnen: Die einzelnen dargestellten Elemente sind an den durch die für diese Phase typischen Himmels- und Bodenlinien verkörperten Koordinaten „oben und unten“ ausgerichtet, das Repertoire an abbildbaren Objekten hat zugenommen und das Bild stellt eine bestimmte Szene dar, nämlich eine Nachtszene, es erzählt eine kleine Geschichte. Man spricht in dieser Phase von der *Geburt des Bildes*.

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13.11.25: Ein Pferdchen

J., 3;7 Jahre: Das Kind betitelt dieses Bild als „Pferdchen„. Es zeigt die Nutzung des erworbenen Kopffüßlerschemas zur Darstellung anderer Lebewesen, was in der Zeit kurz nach der Entdeckung des Kopffüßlers üblich ist. Zunächst gelingt die Übertragung der Realität noch nicht vollständig. Das Pferd hat zwar unten 4 Beine, aber dennoch oben auch 2 Arme. Den Mund hat der kleine Künstler variiert, wahrscheinlich, um die Andersartigkeit im Vergleich zum Menschen zu verdeutlichen, außerdem hat das Wesen einen Schweif und einen Mähnenansatz auf dem Kopf.
Die langgezogene Körperform spricht dafür, dass der typische Kopfkreis der Kopffüßler Kopf und Rumpf in einem darstellt.

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13.11.25: Vom Strahlenkörper zum Bauchmensch

Bild 1: Mädchen, 3;2 Jahre alt: Drei Strahlenkörper.
Vor dem Auftauchen des ersten Kopffüßlers malen Kinder diese Gebilde, die an Sonnen erinnern. Es wird sehr schön sichtbar, dass das Kind bereits alle zeichnerischen Elemente für die Lebewesendarstellung erworben hat: Es kann in sich geschlossene Kreise zeichnen, es kann den Stift willentlich abheben und neu ansetzen und es kann gezielt Linien platzieren. Eine allmähliche Reduktion der Strahlen wird im nächsten Entwicklungsschritt zum Kopffüßler führen.

Bild 2.:Dasselbe Mädchen ist ein halbes Jahr später bereits über das Kopffüßlerschema hinaus gewachsen und zeichnet nun Menschen mit Bäuchen (und Bauchnäbeln). Auch Gesichter, Füße und Finger haben schon Eingang gefunden in ihre Abbildung.

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11.11.25: Der Bauch ist da!

M., 4;10 Jahre: Dasselbe Kind wie im Beitrag zuvor zeichnet sich selbst exakt ein Jahr später *mit* Bauch. Das Menschenschema hat sich weiterentwickelt, auch das Gesicht kann jetzt aufgrund fortgeschrittener Feinmotorik detaillierter und gezielter abgebildet werden mit Augen, Nase und Mund. Interessanterweise verzichtet M. hier auf Finger und Zehen, obwohl sie diese im Jahr zuvor bereits angedeutet hatte. Erneut scheint ihr aber die sorgfältige Farbgebung sehr wichtig zu sein.

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10.11.25: Kreativ am Kopffüßler

M., 3;10 Jahre: Ein Kopffüßler nach der Aufforderung, sich selbst zu malen.
Teile des Gesichts sind bereits abgebildet, vermutlich Augen und Nase. Auch Haare und einige Finger und sogar Zehen wurden zeichnerisch umgesetzt. Trotz dieser recht filigranen Details wird offenbar nicht an einen separaten Bauch gedacht – für Erwachsene oft rätselhaft und doch so universell in dieser Entwicklungsphase auf Kinderzeichnungen in aller Welt!
Besonders hervorzuheben hier: die sorgfältige Farbgebung der unterschiedlichen Körperbestandteile. Sehr oft werden frühe Kopffüßler komplett mit nur einem Stift gezeichnet. Das Wechseln der Farben spricht bereits für eine gewisse bewusste Planung während des Malvorgangs.

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9.11.25: Der Kopffüßler taucht auf

J., 3;7 Jahre: Ein Kopffüßler!
Kopffüßler zeichnen sich dadurch aus, dass sich die Beine des Lebewesens direkt an den Kopf anschließen, während der Rumpf zu fehlen scheint. Oft werden zusätzlich Arme vom Kopf ab gezeichnet (hier gelb und/oder pink). Die hartnäckig anscheinend fehlende Darstellung des Bauches in diesem Alter gibt Erwachsenen Rätsel auf – zeichnet das Kind aber, wie J. auf diesen Bildern, einen Bauchnabel in seinen Menschen, erhellt sich die Frage, wo das Kind den Bauch in seiner Abbildung lokalisiert. Für J. steht der große blaue Kreis, der das Gesicht beinhaltet, ganz offensichtlich auch für den Rumpf, denn der Bauchnabel (dunkelblau) befindet sich mitten im Kopfkreis.

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8.11.25: Strahlenkörper

J., 2;5 Jahre: Um die zentralen Kreiskritzel herum werden strahlenförmige Linien in alle Richtungen angeordnet – ein *Tast- oder Strahlenkörper* entsteht, der auf der ganzen Welt von Kindern gezeichnet wird, kurz bevor sie durch Reduzierung der Anzahl der Strahlen ihren ersten Kopffüßler malen. Die Strahlen könnten verstanden werden als unbewusster Ausdruck des Entwicklungsstands des Kindes, das sich in dieser Phase zunehmend der Außenwelt zuwendet – tastet, fühlt und aufnimmt.

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7.11.25: Kritzeln in der Entwicklung

Bild 1: J., 1;5 Jahre: ein klassisches Kritzelbild. Es beinhaltet Schwingkritzel in verschiedenen räumlichen Orientierungen (orange, grün, grau) und Hiebkritzel im Zentrum (blau, grün). Diese Spuren gehen noch unkontrolliert allein aus der Freude an der Armbewegung hervor, es steckt noch keinerlei Absicht einer bildlichen Darstellung dahinter

Bild 2: J., 3;3 Jahre: Ein weiteres Kritzelbild, aber jetzt dominieren sehr dichte Kreiskritzel in vielen Farben die Darstellung. Dies spiegelt die motorische Weiterentwicklung: Die Bewegung kann nun bereits aus dem Handgelenk heraus, statt wie zuvor nur aus Schulter- und Ellbogengelenk, erfolgen.

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