
Dieses erfrischende Bild stammt von einem Mädchen, 8;3 Jahre alt. Es ist in die Schemaphase der Malentwicklung einzuordnen.
In dieser Phase werden für bestimmte Dinge wiederkehrende Darstellungsformen verwendet. Im obigen Bild betrifft dies zum Beispiel die Menschen und das Schiff. Objekte werden also nicht mehr nur symbolisch angedeutet, sondern können bereits nach einem inneren Bild, dem Schema, systematisch aufgebaut werden. Weitere Ansätze einer realistischen Darstellung zeigen sich in der sichtbaren Freude am Detail, wie zum Beispiel in den Fenstern, der Leiter, Schriftzügen, farbigen Mustern und dem aufspritzenden Wasser.
Die räumliche Ordnung zeigt nicht mehr die für die früheren Malentwicklungsphasen typischen Himmels- und Bodenlinien, sondern präsentiert sich als Horizontbild: das Meer trifft den Himmel am Horizont, das Blatt ist somit im Hintergrund in zwei angrenzende räumliche Flächen eingeteilt. Die Raumtiefe wird aber noch ausschließlich durch diese Bildzonen und noch nicht durch perspektivische Konstruktion erzeugt (das Schiff ist noch nicht dreidimensional, die Rutsche noch „flach“). Zudem verwendet das Mädchen unterschiedliche Blickrichtungen innerhalb eines Bildes. Während die Figur auf dem Schiff frontal bzw. in Vorderansicht dargestellt wird, erscheint die schwimmende Figur im Wasser zweckmäßigerweise aus der Vogelperspektive. Die verschiedenen Bildelemente werden somit nicht aus einem einheitlichen Betrachterstandpunkt gezeigt, sondern jeweils aus der Perspektive, die ihre wesentlichen Merkmale am besten sichtbar macht.




